Eigentlich ist aus dieser einfachen Formel das SBO BGL entstanden.

Im Herbst des Jahres 2002 trafen sich die Mitglieder eines Blechbläser-Quintetts zur turnusmäßigen Probe. Die fünf Musiker aus dem Berchtesgadener Land saßen nach zweistündiger musikalischer Arbeit bis nach Mitternacht zusammen und philosophierten über Blasmusik. Irgendwann stand die Frage im Raum, warum es eigentlich im südostbayerischen Raum kein Blasorchester gibt, welches sich aus ambitionierten Amateur-Musikerinnen und Musikern rekrutiert, die zusätzlich zu ihrem Wirken in den heimischen Blaskapellen eine künstlerische Betätigung suchen. Die fünf Musiker waren sich sofort einig, dass die Existenz eines solchen Orchesters bei vielen einschlägig Interessierten auf positive Resonanz treffen würde, und so wurde am selben Abend das Rahmenkonzept für ein sinfonisches Blasorchester entwickelt.

Dieses Konzept fußt auf den folgenden drei Kernpunkten:

  • Festlegung der Zielgruppe (Besetzung)
  • Organisation der Probenarbeit
  • Auswahl der Literatur

Die Personen der Zielgruppe waren im eigenen Bekanntenkreis der fünf Blechbläser und mittels entsprechender Mund-zu-Mund-Propaganda schnell gefunden. Jeder Adressat bekam einen fertigen Terminplan mit zwölf Proben im Jahr zzgl. einem Probenwochenende und die Noten für ein zu erarbeitendes Konzertprogramm. Schnell kristallisierte sich die gewünschte sinfonische Besetzung heraus.

„Sinfonie“ ist das griechische Wort für „Zusammenklang“. Dieser Begriff hat zwei gleichberechtigte Dimensionen. Zunächst einmal muss die „Chemie“ zwischen den 50 Musikerinnen und Musikern stimmen. Alle treffen sich, trotz voller Terminkalender, mindestens einmal im Monat von 19.30 bis 22.00 Uhr zur Probe, um sich intensiv mit Musik aus den Bereichen Kirche, Klassik, Jazz, Rock, Pop, Musical und Film zu beschäftigen; ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Originalkompositionen für Blasorchester. Diese „Sinfonie der Interessen“ führt zu einer tollen Kameradschaft und zu einer fruchtbaren Probenarbeit in einer wunderbaren Atmosphäre. Zum Zweiten bedeutet „sinfonisch“ auch, dass alle Register mit ihren entsprechenden Instrumenten gleichberechtigt sind. Es wird sehr anspruchsvolle Literatur einstudiert, die nur mit einem Orchester dieser Größe spielbar ist. Ziel ist es, die vom Komponisten bzw. Arrangeur beabsichtigten Wirkungen bis in die letzte Reihe des Konzertsaals zu transportieren.

Das Auditorium muss sofort mit Konzertbeginn das Gefühl haben, dass eine Einheit auf der Bühne sitzt, eine Einheit, bei der jede einzelne Musikerin und jeder einzelne Musiker für das Ge- lingen des Konzerts absolut unentbehrlich ist. Die Mitglieder vom SBO BGL fühlen sich während der Proben und während des Konzerts selbst als Zuhörer. Das Aufeinander-Hören im Orchester ist die Grundlage dafür, dass der Funke auf das Publikum überspringt.

 Das SBO Chiem-Rupertigau hat sich schnell zu einem künstlerisch wertvollen Klangkörper entwickelt, in dem auch vielen Jugendlichen eine Plattform für das anspruchsvolle Orchestermusizieren geboten wird.

Dieses Orchester sieht sich nicht im konkurrierenden Nebeneinander mit den Blaskapellen der Region, sondern vielmehr als Ergänzung für die Verbreitung von Blasmusik und deren Imageverbesserung. Blasmusik bietet interessante Möglichkeiten, Musik jeder Art zu präsentieren und ist es deshalb wert, in allen ihren Facetten dargeboten zu werden.

 

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